
Ondřej Novotný erläuterte ausführlich die harten Strafen nach dem Vorfall bei OKTAGON 91: Engizek verlor seinen Kampf und Hunderttausende Euro
Das OKTAGON-91-Turnier in Köln brachte neben einem neuen Mittelgewichts-Champion auch einen großen Zwischenfall nach dem Kampf mit sich. Nach dem Punktsieg von Krzysztof Jotko über Kerim Engizek kam es im Käfig zu einer Massenschlägerei, an der mehrere Personen beteiligt waren.
Die Organisation leitete daraufhin eine interne Untersuchung ein und gab nach deren Abschluss konkrete Strafen bekannt. Dazu gehören hohe Geldstrafen, mehrmonatige Sperren sowie ein Teilnahmeverbot an OKTAGON-Veranstaltungen. Ondřej Novotný hat sich nun ausführlicher zu den Sanktionen geäußert und erklärt, warum sich die Organisation letztlich für diese Strafen entschieden hat.
Engizek verliert seinen Kampf in Frankfurt und rund 100.000 Euro
„Hallo an alle OKTAGON-Fans, sei es in Tschechien, in der Slowakei, in Polen, in Deutschland oder irgendwo sonst auf der Welt. Wir möchten euch den größeren Zusammenhang darlegen, welche Strafen gegen die vier Beteiligten des Vorfalls, allen voran Kerim Engizek, verhängt wurden. Beginnen wir mit Kerim. Wir sind uns einig, dass er bis jetzt ein absolut vorbildlicher Botschafter war. Man muss sich nur daran erinnern, wem er als Erster mit seinem Gürtel zur Seite stand und wie er zum Aufbau der Szene beigetragen hat. Dies war zweifellos sein erstes Vergehen, aber gleichzeitig ein sehr schwerwiegendes. Auch deshalb sind die Geldstrafe und die Sanktion sehr hoch.
Bei unserer Entscheidung haben wir ähnliche Fälle aus anderen Kampfsportarten verglichen, insbesondere aus der UFC, aber auch aus dem Fußball. Wichtig ist auch, den Kontext zu kennen, dass Kerim Engizek bei uns einen Vertrag über zwei Kämpfe unterzeichnet hat. Der zweite Kampf sollte in Frankfurt stattfinden.
Kerim verliert dadurch diesen Kampf. Gleichzeitig sollte dort ein großer Dokumentarfilm über ihn gedreht und fertiggestellt werden. Dadurch sind ihm Hunderttausende Euro entgangen. Die Höhe der Geldstrafe wollten wir zudem so festlegen, dass wir sie in Zukunft prozentual an unterschiedliche Gagen anpassen können, falls sich etwas Ähnliches auch bei anderen Kämpfern wiederholen sollte. Und das lässt sich nie ganz ausschließen“, erklärte Novotný die Hintergründe der Strafe für Engizek.
Er hob dessen bisher vorbildliches Auftreten innerhalb der Organisation hervor. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass Engizek neben der Geldstrafe und der Sperre auch seinen geplanten Kampf in Frankfurt verliert, was seinen Worten zufolge einen weiteren erheblichen finanziellen Verlust bedeutet.
Strafen für Spucken und körperliche Übergriffe
„Was das Spucken von Wasser oder das Spucken an sich betrifft, haben wir uns auch hier andere Sportarten zum Vorbild genommen. Beispielsweise liegen die Strafen in der Premier League oder im Fußball allgemein bei etwa drei bis sechs Spielen, und die höchste Geldstrafe, die wir gefunden haben, betrug 12.000 Pfund.
Angesichts der Höhe der Einkünfte erscheint uns daher eine neunmonatige Sperre angemessen, ebenso wie Geldstrafen in Höhe von 7.500 Euro bzw. 2.500 Euro. Dann ist da natürlich noch der körperliche Angriff selbst. Das war wohl das größte Problem bei der Festlegung der Strafhöhe. Auch hier haben wir uns entschieden, uns am Vergleich mit anderen Sportarten zu orientieren und eine Sanktion in dieser Höhe zu verhängen“, erklärte der OKTAGON-Promoter.
Dabei ging er auf die Strafen für die weiteren Beteiligten des Vorfalls ein. Bei der Festlegung der Sanktionen verglich die Organisation ähnliche Fälle auch mit anderen Sportarten, wobei insbesondere das Spucken von Wasser und der körperliche Angriff berücksichtigt wurden. Letzteren bezeichnete Novotný als das größte Problem bei der Festlegung der Strafhöhe.
Vergleich mit Khabib und Rechtfertigung der strengen Strafen
„Als Beispiel haben wir uns auch den Fall von Khabib angesehen, der von einer unabhängigen Sportkommission eine neunmonatige Sperre und eine Geldstrafe von einer halben Million Euro erhielt. Zu diesem Zeitpunkt entsprach dies etwa sieben bis zehn Prozent seines Einkommens. In unserem Fall wären wir also prozentual gesehen vielleicht sogar noch strenger vorgegangen. Die ganze Angelegenheit hat jedoch ihren Kontext, und gleichzeitig geht es auch um die Festlegung von Regeln für die Zukunft.
Ich bin überzeugt, dass Sie nach dieser Erläuterung unsere Entscheidung besser kommentieren, interpretieren und verstehen können. Wir stehen dazu, dass ein solches Verhalten unzulässig ist. Gleichzeitig stehen wir aber auch dazu, dass Kerim Engizek bisher ein vorbildlicher Sportler war. Ich bin überzeugt, dass er von nun an gegenüber OKTAGON wieder so sein wird, wie er tatsächlich ist. Wenn wir zu seiner Strafe noch den Verlust des Kampfes in Frankfurt hinzurechnen, handelt es sich meiner Meinung nach um eine wirklich sehr strenge Sanktion, egal was darüber gesagt wird.
Und natürlich danken wir nicht zuletzt all unseren Partnern, unseren Medienpartnern RTL und TELY sowie allen, die hinter uns stehen und uns dabei helfen, OKTAGON zur bestmöglichen Unterhaltung für euch, Fans, denen wir von ganzem Herzen danken“, erklärte OKTAGON-Promoter Ondřej Novotný in einem Video in den sozialen Netzwerken.
Novotný betonte damit, dass OKTAGON bei der Festlegung der Strafen auch das prozentuale Verhältnis der Sanktionen zu den Einnahmen der Sportler berücksichtigt habe und als Vergleich unter anderem den Fall von Khabib Nurmagomedov heranzog. Gleichzeitig verteidigte er die Härte der Entscheidung und bekräftigte, dass ein solches Verhalten unzulässig sei, obwohl er Engizek weiterhin als einen Kämpfer betrachtet, der vor diesem Vorfall ein vorbildlicher Vertreter der Organisation gewesen sei.
mmafanatik.de
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